CAFFUNGO

Growing in Solidarity

Semesterprojekt an der uniBZ, 2021

Caffungo hat sich zum Ziel gesetzt, neue und solidarische Arbeitsmöglichkeiten für die Bewohner des Hauses der Solidarität (HdS) in Brixen zu schaffen, indem auf recyceltem Kaffeesatz Austernpilze für die lokale Gastronomie gezüchtet werden. Das Projekt ist nicht nur super lokal, sondern tut auch Gutes für die Umwelt, unterstützt die lokale Landwirtschaft, sichert regionale Wertschöpfungsketten und schafft vor allem faire Arbeitsplätze. Denn aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise wird die Arbeitssuche für die Bewohner des HdS in Brixen zu einer noch größeren Herausforderung als sie es bereits war. Um diesem Problem entgegenzuwirken, haben wir Caffungo entwickelt und schlagen hiermit eine Alternative zu den oft unsicheren und ausbeuterischen Verhältnissen im Niedriglohnsektor vor, in dem viele der Gäste des HdS normalerweise ihren Arbeitsplatz finden.

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»Wir wollen Kaffeesatz aus lokalen Restaurants und Cafés recyceln und ihn als Nährboden für köstliche Austernpilze nutzen. Diese Pilzzucht schafft nicht nur faire Arbeit, sondern gibt dem importierten Kaffee eine zweite Verwendung und der lokalen Gastronomie eine neue, qualitativ hochwertige und solidarische Quelle für Gourmetpilze.«

Bei der Zubereitung von Kaffee landet weniger als 1 % der Kaffee-Biomasse tatsächlich in der Tasse, wobei jährlich mehr als 9 Billionen Kilo Kaffeebohnen produziert werden. Die riesige Menge an Kaffeesatz, also die anderen 99 % der Biomasse, ist jedoch auch nach dem Brühvorgang noch voller Nährstoffe, auf denen Austernpilze super wachsen. Wie genau jedoch der Ablauf von der Kaffeetasse zum Pilz funktioniert, zeigt das folgende Schaubild.

Am Projekt-Ablauf sind viele Akteure beteiligt, die wie Zahnräder ineinander greifen müssen. Der wichtigste Akteur neben dem HdS ist der Bühlerhof in Brixen. Diese Zusammenarbeit hat eine Menge positive Auswirkungen auf das Projekt: Anleitung in landwirtschaftlichen Prozessen, Bereitstellung von Platz für die Zuchträume aber auch der Fakt, dass die Arbeiter des HoS Teil eines Teams werden können, Arbeitsbeziehungen entstehen und sie Erfahrungen sammeln können, die zu besseren Chancen für ihre berufliche Zukunft führen.

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Austernpilze zu züchten, muss kein komplizierter Prozess sein, das kann jeder, wenn er die richtigen Methoden wählt. Das dafür gesammelte Wissen durch Recherche, Experteninterviews und Selbsttests haben wir in einem Handbuch zusammengefasst. Es enthält Informationen über das Verfahren der Pilzzucht, Konzepte für die Struktur der Farm und Ideen für die Zukunft.

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Zusammen mit dem Bühlerhof vereinen wir das nötige Know-how und die Arbeitsmotivation, um lokale, solidarische und vor allem leckere Austernpilze zu züchten. Caffungo ist eine Marke, die viele Alleinstellungsmerkmale und somit einige spannende Anreize für die lokale Gastronomie hat, ihre Pilze bei Caffungo zu kaufen.

Um die Vielfältigkeit von Caffungo und den beteiligten Akteuren darzustellen, wurde eine bunte und freundliche Bildsprache entwickelt. Ein Schritt in diesem Prozess war ein Co-Design-Workshop zusammen mit den Bewohnern des HdS. Die daraus entstandenen Pilze als Linolschnitt-Stempel wurden zu einem zentralen Gestaltungselement des Caffungo-Corporate-Designs.

Das entwickelte Design wurde in einigen Marketing-Anwendungen angewandt um einen Ausblick für mögliche zukünftige Maßnahmen aufzuzeigen, wie die Bekanntheit der nachhaltigen und sozialen Pilzzucht gesteigert werden kann – in der Region aber auch darüber hinaus.

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Caffungo befindet sich noch in der Anfangsphase. Dennoch haben wir unser Bestes gegeben, um das Projekt anzustoßen und den Beteiligten unterstützendes Material und Forschungsergebnisse zur Verfügung zu stellen. Unser allererster Schritt im Rahmen des von uns erstellten Projektplans war der Anbau von Pilzen in unseren Studentenwohnungen, um zu sehen, ob unsere Methode der Pilzzucht funktioniert. Während dieses Prozesses konnten wir eine Menge Wissen und Erkenntnisse gewinnen, so dass wir die zweite Phase des Plans in Angriff nehmen konnten: Die Vorbereitung von sechs Zuchtkübeln zusammen mit einem möglichen zukünftigen Mitarbeiter des Bühlerhofs, einem Bewohner des HdS. In Phase 3, welche wir nach Abschluss unseres Semesters im Sommer 2021 in die Hände des Bühlerhofs gegeben haben, steht nun an Probe-Pilze an die Gastronomie zu verteilen um feste Kunden zu gewinnen.